Redaktion Terrassenüberdachung Hamburg · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 22.10.2026
Für Hamburg gilt Schneelastzone 2 (sk = 0,85 kN/m²) samt Nassschnee-Nachweis mit Faktor 2,3 und Windzone 2 (25,0 m/s). In der Praxis dominiert der Wind, nicht der Schnee: Elbufer, Marsch und Hafenlagen erzeugen höhere Böen. Im Kreis Pinneberg und im Landkreis Stade gilt sogar Windzone 3.
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Zwei Zahlen entscheiden, ob ein Terrassendach aus Aluminium den ersten Wintersturm übersteht: die Schneelast, die von oben drückt, und die Windlast, die seitlich zerrt und von unten anhebt. Beide sind regional festgelegt. Für Hamburg lassen sie sich genau benennen.
Terrassenüberdachung Schneelast: Hamburg in Schneelastzone 2
Die Zuordnung folgt der Norm DIN EN 1991-1-3 und der Verwaltungsgrenzen-Liste des DIBt (dibt.de). Für das Stadtgebiet ist die Zone 2 amtlich festgelegt, der charakteristische Wert beträgt sk = 0,85 kN/m². Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 85 kg Schnee auf einem Quadratmeter Dachfläche.
Wichtig für die Planung: Es gibt keine Stadtteil-Abstufung. Blankenese, Rahlstedt und Harburg rechnen mit demselben Wert, und auch die Orte im Umland liegen in Zone 2. Unterschiede entstehen erst durch die Bauweise des Dachs, nicht durch die Postleitzahl.
Der Nassschnee-Nachweis im Norddeutschen Tiefland
Für das Tiefland schreibt die Norm eine zusätzliche Bemessungssituation vor. Dabei wird sk mit dem Faktor 2,3 angesetzt, rechnerisch rund 1,96 kN/m². Anlass ist der Nassschnee-Winter 1978/79, der in Norddeutschland viele Dächer überlastete.
Für Terrassendächer heißt das: Sparrenabstand und Glasdicke werden nicht nach den 0,85 kN/m² allein gewählt, sondern berücksichtigen diese Reserve. Wer Glas einsetzt, braucht Verbundsicherheitsglas nach DIN 18008-2, üblich sind je nach Sparrenabstand 8–12 mm.
Wichtig zu wissen: Ein Bausatz mit allgemeiner Typenstatik ist nicht automatisch für Hamburger Nassschnee gerechnet. Verlangen Sie den Nachweis für Zone 2 schriftlich.
Profilstärke und Sparrenabstand folgen aus Schnee- und Windlast, nicht aus der Optik.
Windlast: Windzone 2 und der Elbwind
Hamburg liegt in Windzone 2 mit einer Basiswindgeschwindigkeit von 25,0 m/s (DIN EN 1991-1-4). Hinzu kommt das Gelände: Der Hamburger Wind kommt meist aus West und trifft ungebremst auf die Elbe, deren Ufer, die Marsch und der Hafen keine Bebauung zum Abbremsen haben. Dort steigt der Böendruck gegenüber geschützten Lagen deutlich.
Ein Terrassendach wird vom Wind auf drei Arten belastet: als Druck auf Seitenwände, als Sog auf der Dachfläche und als Zugkraft in den Wandankern. Bei offenen Dächern ist der Sog oft kritischer als der Druck, weil er das Dach anheben will.
Lastzonen im Überblick: Hamburg und Umland
| Gebiet | Schneelastzone | Windzone |
|---|---|---|
| Hamburg (Stadtstaat) | 2 (sk = 0,85 kN/m²) | 2 (25,0 m/s) |
| Kreis Pinneberg | 2 | 3 (27,5 m/s) |
| Landkreis Stade | 2 | 3 (27,5 m/s) |
| Landkreis Harburg | 2 | 2 |
Zuordnung nach DIBt (Verwaltungsgrenzen). Maßgeblich bleibt die Zuordnung der Gemeinde zum Zeitpunkt der Planung.
Was die Lasten für Profile, Glas und Verankerung bedeuten
- Profile: kräftigere Querschnitte und engere Sparrenabstände bei größerer Spannweite.
- Glas: VSG mit ausreichender Dicke, bei Zone 3 gegebenenfalls stärker.
- Pfostenfüße: Fußplatten mit Verankerung im Fundament statt bloßer Dübel im Pflaster.
- Wandanker: abgestimmt auf Klinker, Putz oder gedämmte Fassade.
- Seitenwände: verändern die Windlast stark und verlangen eine neue Rechnung.
Das Gefälle spielt mit: Stegplatten brauchen mindestens 5°, bei Glas sind 5–15° üblich. Mehr Neigung hilft dem Schnee, abzurutschen, vergrößert aber die Windangriffsfläche.
Wo es in Hamburg besonders windig wird
Die Zonenzahl ist überall gleich, der Standort nicht. Am Elbhang in Blankenese und Othmarschen trifft der Wind frei auf die Terrassen. In Wilhelmsburg und den Vier- und Marschlanden fehlen Hindernisse, dafür steht dort oft Grundwasser hoch im Boden, was die Fundamentwahl beeinflusst. In der dichten Gründerzeitbebauung von Eimsbüttel oder Altona brechen Nachbarhäuser den Wind, bringen aber Verwirbelungen im Hof.
In den Walddörfern wie Volksdorf schützen Bäume, liefern aber im Herbststurm Äste und Laub, die auf Dach und Rinne fallen.
Windzone 3 im Umland: Was ändert sich?
Kreis Pinneberg und Landkreis Stade
Dort rechnet man mit 27,5 m/s statt 25,0 m/s. Die höhere Basisgeschwindigkeit steigert den Staudruck spürbar, weil er mit dem Quadrat der Geschwindigkeit wächst. Seitenwände, Pfostenverankerung und Glasdicke werden daher mit mehr Reserve ausgelegt.
Für Orte wie Pinneberg, Wedel, Quickborn oder Buxtehude nennen wir die zutreffende Zone schon im Angebot.
Statik-Nachweis: worauf Sie bei Angeboten achten
Auch ein verfahrensfreies Dach muss standsicher sein. Fragen Sie nach folgenden Punkten:
- Ist der Standort mit Schneelastzone und Windzone genannt?
- Ist der Nassschnee-Nachweis enthalten?
- Stimmen Fundament und Wandanschluss mit dem Untergrund überein?
- Wird die Statik schriftlich übergeben?
Mehr zum Ablauf finden Sie im Ratgeber zur Montage, zu den Genehmigungsgrenzen im Beitrag zur Baugenehmigung.
Häufige Fragen zu Schneelast und Windlast in Hamburg
In welcher Schneelastzone liegt Hamburg?
Hamburg gehört zur Schneelastzone 2 nach DIN EN 1991-1-3, charakteristischer Wert sk = 0,85 kN/m². Die Einstufung gilt für das ganze Stadtgebiet, auch alle Orte im Umland liegen in Zone 2. Im Norddeutschen Tiefland ist zusätzlich ein Nassschnee-Nachweis mit dem Faktor 2,3 zu führen.
Welche Windzone gilt für ein Terrassendach in Hamburg?
Hamburg liegt in Windzone 2 mit einer Basiswindgeschwindigkeit von 25,0 m/s (DIN EN 1991-1-4). Elbufer, Marsch und Hafenlagen gelten als offenes Gelände mit höherem Böendruck. Im Kreis Pinneberg und im Landkreis Stade gilt dagegen Windzone 3 mit 27,5 m/s, was kräftigere Verankerung verlangt.
Was bedeutet der Nassschnee-Faktor 2,3 für mein Dach?
Der Faktor beschreibt eine außergewöhnliche Lastsituation wie den Nassschnee-Winter 1978/79. Rechnerisch wird sk mit 2,3 multipliziert, was rund 1,96 kN/m² ergibt. Das Dach muss auch diese Last aufnehmen können. Daher wählen wir Sparrenabstand und Glasdicke mit Reserve.
Muss ich meine Terrassenüberdachung im Winter vom Schnee befreien?
Bei fachgerechter Auslegung nach Zone 2 normalerweise nicht, denn die Statik berücksichtigt die Schneelast bereits. Sinnvoll ist das Abräumen bei außergewöhnlich hohem Nassschnee oder wenn sich Schnee an Wandanschluss und Rinne staut. Steigen Sie dafür nicht aufs Dach, sondern arbeiten Sie vom Boden aus.
Braucht ein Terrassendach in Hamburg einen Statik-Nachweis?
Auch ein verfahrensfreies Dach muss standsicher sein (§ 61 HBauO entbindet nicht von der Standsicherheit). Bei Bausätzen liegt häufig nur eine allgemeine Typenstatik vor, die den Standort nicht berücksichtigt. Wir legen die Konstruktion mit den Lasten für Ihr Grundstück aus und halten das Ergebnis im Angebot schriftlich fest.
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